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Rechtliche Rahmenbedingungen für energieeffizientes Handeln (u. a. ISO 50001 und SpaEfV)

DIN EN ISO 50001

Im Juni 2011 wurde die internationale Norm ISO 50001 veröffentlicht. Diese Norm dient als Leitfaden zur effektiven Implementierung von Energiemanagementsystemen, um eine kontinuierliche Verbesserung der energiebezogenen Leistung sowie eine Steigerung der Energieeffizienz einer Organisation zu ermöglichen. Ziel dieser Norm ist eine langfristige Kosteneinsparung sowie die Reduktion von Treibhausgasemissionen und anderen Umweltbelastungen. Die ISO 50001 enthält viele Inhalte aus der im Jahr 2009 veröffentlichten DIN EN 16001.

Die ISO 50001 beschreibt Anforderungen an ein Energiemanagementsystem. Bei einem Energiemanagementsystem im Sinne dieser Norm stehen weniger technische Einrichtungen im Vordergrund, sondern vielmehr Prozesse und Verfahren in der Organisation, die sicherstellen, dass die selbstgesetzten Ziele bezüglich Energieverbrauch, Energieeinsatz und Energieeffizienz erreicht werden. Dazu beschreibt die Norm ISO 50001 einen PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act). Er enthält unter anderem die Energieplanung, die Einführung und Umsetzung des Systems sowie dessen Überwachung und die regelmäßige Bewertung durch das oberste Management.

Die Energieplanung beinhaltet u. a. eine energetische Bewertung, die Berechnung der energetischen Ausgangsbasis sowie die Festlegung der Energieleistungskennzahlen (EnPI), der Energieziele (strategisch und operativ) und folglich der Aktionspläne. In der Phase der Einführung/Umsetzung werden die definierten Aktionspläne umgesetzt. Das beinhaltet u. a. die Bereitstellung von Ressourcen, die gezielte Steuerung der Prozesse und die Dokumentation ergriffener Maßnahmen. In der Phase der Überwachung wird die Effektivität des bis dahin geschaffenen Energiemanagementsystems in Hinblick auf energiebezogene Leistung, Energiepolitik und strategische Ziele überprüft und schriftlich festgehalten. Die durchgeführten Aktivitäten und Maßnahmen werden regelmäßig überprüft, gemessen, analysiert und entsprechend korrigiert und dokumentiert. Die interne Auditierung dient der Optimierung der energiebezogenen Leistung und des durchgeführten Energiemanagementsystems. Die Wirksamkeit des Energiemanagementsystems wird regelmäßig auf Management-Ebene (Management-Review) überprüft.

Ausführliche Informationen zur ISO 50001 stellt die International Organization for Standardization zur Verfügung.

ISO 50001

Alle Unternehmen, die eine Zertifizierung nach ISO 50001 anstreben, um den Spitzenausgleich in Anspruch zu nehmen, finden Details in der Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV).

Gesetz über Energiedienstleistungen (EDL-Gesetz)

Das Gesetz über Energiedienstleistungen (EDL-Gesetz) verpflichtet alle, die nicht als kleines oder mittleres Unternehmen (nicht-KMU) gelten, zum Energieaudit nach DIN EN 16247-1. Alle vier Jahre muss es wiederholt werden. Zu diesem Audit gehört unter anderem eine systematische Analyse des Energieverbrauchs. Das Audit muss spätestens bis zum 5. Dezember 2015 abgeschlossen sein. Andernfalls drohen Sanktionen.

Der Gesetzgeber zeigt aber eine Alternative auf, die den Unternehmen mehr Zeit zum Handeln gibt: Wer das Energieaudit gemäß DIN EN 16247-1 vermeiden möchte,  kann stattdessen ein Energiemanagement nach DIN EN ISO 50001 (oder auch EMAS) einführen. Dabei wird bis zum 5. Dezember 2015 lediglich der Nachweis zur Einführung eines solchen Energiemanagementsystems gefordert. Die Einführung eines Energiemanagementsystems (bzw. Umweltmanagements nach EMAS) gilt als gegeben, wenn diese drei Punkte zutreffen:

  • Die Geschäftsführung muss eine schriftliche Absichtserklärung zur Einführung des Energiemanagementsystems nach ISO 50001 und einer Zertifizierung bis spätestens Ende 2016 abgegeben haben.
  • Es muss ein Energiemanagementbeauftragter ernannt werden, der über alle notwendigen Befugnisse verfügt.
  • Die eingesetzten Energieträger müssen erfasst und analysiert, der Energieverbrauch grob bewertet sein. (SpaEfV § 5(1) Nr.3 a) und b))

Mit der Zertifizierung haben die Unternehmen anschließend Zeit bis zum 31. Dezember 2016.

Förderung des BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle)

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat die Förderung von Energiemanagementsystemen im Bundesanzeiger am 6. August 2013 offiziell genehmigt. Antragsberechtigt sind grundsätzlich alle Unternehmen mit Sitz oder Niederlassung in Deutschland.

Das Förderprogramm umfasst Zuwendungen für:

  1. Erstzertifizierung eines Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001, maximal 80 % der zuwendungsfähigen Ausgaben und maximal 8.000 Euro
  2. Erstzertifizierung eines Energiecontrollings, maximal 80 % der zuwendungsfähigen Ausgaben und maximal 1.500 Euro
  3. Erwerb von Messtechnik für Energiemanagementsysteme, maximal 20 % der zuwendungsfähigen Ausgaben und maximal 8.000 Euro
  4. Erwerb von Software für Energiemanagementsysteme, maximal 20 % der zuwendungsfähigen Ausgaben und maximal 4.000 Euro

Im Zuge des umfassenden Förderungsprogramms wurde auch eine Liste förderfähiger Software erstellt. Darin ist unsere Energiemanagement-Software IngSoft InterWatt vom BAFA als förderfähig anerkannt. Bei Implementierung von IngSoft InterWatt haben Sie also die Möglichkeit, eine Rückerstattung in Höhe von bis zu 4.000 Euro zu beantragen.

Mehr zu den Fördermöglichkeiten finden Sie unter diesem Link. 

EEG-Umlage und Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV)

Energieeffizienz lohnt sich gleich in zweifacher Hinsicht. Zum einen können durch einen niedrigeren Energieverbrauch die Energiekosten gesenkt werden. Zum anderen können Unternehmen, insbesondere des produzierenden Gewerbes, die konsequent Energieeffizienzmaßnahmen durchführen, von staatlicher Förderung profitieren.

EEG-Umlage: Die EEG-Umlage wurde im Jahr 2013 auf 5,277 ct/kWh erhöht. Im Jahr 2014 wird diese 6,240 ct/kWh betragen. Unternehmen des produzierenden Gewerbes, deren Stromkosten mindestens 14 % an der Bruttowertschöpfung betragen und die mehr als 1 GWh/a pro Abnahmestelle verbrauchen, können beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle eine Ermäßigung/Befreiung von der EEG-Umlage beantragen. Dabei sind folgende Staffelungen vorgesehen: Unternehmen des produzierenden Gewerbes, deren Stromkosten 14 % der Bruttowertschöpfung entsprechen und die einen Stromverbrauch an einer Abnahmestelle von mindestens 1 GWh/a haben, können von den Entlastungen profitieren. Diese sind in Abhängigkeit zum Stromverbrauch gestaffelt. Für das erste GWh fällt stets die reguläre EEG-Umlage an. Für jedes darüber liegende GWh, bis einschließlich 10 GWh, reduziert sich die EEG-Umlage auf 10 %. Für den Stromanteil, der über 10 GWh hinausgeht, aber maximal 100 GWh beträgt, bezahlen Unternehmen lediglich 1 % der regulären EEG-Umlage (0,05277 ct/kWh). Ab einem jährlichen Stromverbrauch von 100 GWh beträgt die EEG-Umlage 0,05 ct/kWh. Bei einem Verbrauch ab 10 GWh/a pro Unternehmen ist für die Inanspruchnahme der Vergünstigung eine Zertifizierung nach EMAS III oder DIN EN ISO 50001 erforderlich.

Spitzenausgleich: Auch der sogenannte Spitzenausgleich der Stromsteuer ist eine bedeutende Triebfeder, den Energieverbrauch zu senken. Der Spitzenausgleich betrifft weitaus mehr Unternehmen als die Ermäßigung der EEG-Umlage. Während die reguläre Stromsteuer 2,05 ct/kWh beträgt, können große Unternehmen des produzierenden Gewerbes Ermäßigungen beantragen, die bis zu 90 % des regulären Stromsteuersatzes betragen. Voraussetzung ist auch hier eine Zertifizierung nach EMAS III oder DIN EN ISO 50001. Kleine und mittlere Unternehmen können auch alternative Systeme (z. B. DIN EN 16247-1),einsetzen, um sich für den Spitzenausgleich zu qualifizieren. Details zur Entlastung von der Energie- und Stromsteuer sind in der Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV) festgelegt. Die SpaEfV wurde am 31. Juli 2013 veröffentlicht.

Neue Impulse für das Energiemanagement

Das Thema Energiemanagement hat sich in in den vergangenen Jahren in zahlreichen Unternehmen unterschiedlichster Branchen fest etabliert. Entsprechend größer ist auch die Anzahl der spezifischen Normen und Richtlinien geworden. Parallel dazu haben die Liberalisierung des Energiemarktes, die ökologische Steuerreform und die beschlossene Energiewende viele neue Gesetze bzw. Änderungen bestehender Gesetze zur Folge gehabt. Daraus ergeben sich neue Aspekte, die im Energeimanagement berücksichtigt werden müssen oder die neue Möglichkeiten eröffnen.

Welche Impulse sich daraus für das Energiemenagement ergeben, lesen Sie im folgenden Abstract eines Kongressvortrages im Rahmen der Messe Facility Management im Jahr 2012.

DIN EN 16001

Die im Jahr 2009 veröffentlichte Norm DIN EN 16001 stellt einen Leitfaden zur Einführung und Umsetzung eines Energiemanagementsystems dar. Dabei liegt der Fokus klar auf den Prozessen, die einem ganzheitlichen Energiemanagement zugrunde liegen - weniger auf den technischen Aspekten. Die Norm basiert auf dem sogenannten PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act). Dieser Zyklus erfordert eine Definition von Zielen und den dafür notwendigen Maßnahmen, die Umsetzung dieser Maßnahmen, eine kontinuierliche Kontrolle und Dokumentation der Prozesse und Ziele sowie daraus resultierende weitere Verbesserungsmaßnahmen.

Eine ausführliche Publikation zu dieser Norm stellt das Umweltbundesamt zur Verfügung.

http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3959.pdf

Diese Norm wurde im Jahr 2012 von der DIN EN ISO 50001 abgelöst.

Energieeinsparverordnung

Die Energieeinsparverordnung bildet die Grundlage für die Ausstellung von Energieausweisen. Diese Verordnung gibt Auskunft darüber, wann und in welcher Form ein Energieausweis ausgestellt werden muss, wer ihn ausstellen darf und unter Berücksichtigung welcher Regeln dies passieren muss.

Das Bundesgesetzblatt: Verordnung zur Energieeinsparverordnung vom 29. April 2009

Das Bundesgesetzblatt: Energieeinsparverordnung, Fassung vom 2007-07-24

Regeln für Energieverbrauchskennwerte im Nichtwohngebäudebestand

Diese Bekanntmachung zeigt detaillierte Regeln für die Ermittlung von Verbrauchskennwerten für Nichtwohngebäude auf. Dazu zählen unter anderem Witterungsbereinigung, Behandlung der Warmwassererzeugung, Heizwerte verschiedener Energieträger, Klassifizierung der Gebäude, Faktoren für die Umrechnung von BGF auf NGF, Vergleichswerte, sowie die Zuordnung von Postleitzahlen zu Wetterstationen.

Eine ausführliche Publikation stellt das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung zur Verfügung: Bekanntmachung der Regeln für Energieverbrauchskennwerte und der Vergleichswerte im Nichtwohngebäudebestand vom 2007-07-26

http://www.zukunft-haus.info/fileadmin/zukunft-haus/energieausweis/DL3_NWG-Regeln-Energieverbrauchskennwerten.pdf

Regeln für Energieverbrauchskennwerte Wohngebäudebestand

Diese Bekanntmachung zeigt detaillierte Regeln für die Ermittlung von Verbrauchskennwerten für Wohngebäude auf. Es werden unter anderem Witterungsbereinigung, Behandlung der Warmwassererzeugung, Heizwerte verschiedener Energieträger, Umrechnung von Wohnfläche auf AN und die Zuordnung von Postleitzahlen zu Wetterstationen berücksichtigt.

Eine ausführliche Publikation stellt das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung zur Verfügung: Bekanntmachung der Regeln für Energieverbrauchskennwerte im Wohngebäudebestand vom 2007-07-26

http://www.zukunft-haus.info/fileadmin/zukunft-haus/energieausweis/DL1_WG-Regeln-Energieverbrauchskennwerte.pdf

VDI-Richtline 3807

Diese Richtlinie steht nicht kostenfrei zum Download zur Verfügung. Sie kann gegen Bezahlung beim Beuth-Verlag www.beuth.de bezogen werden.

Energie- und Wasserverbrauchskennwerte für Gebäude - Grundlagen 2007-03

VDI 3807 Blatt 1                       

Energieverbrauchskennwerte für Gebäude, Heizenergie- und Stromverbrauchskennwerte 1998-06

VDI 3807 Blatt 2                      

Wasserverbrauchskennwerte für Gebäude und Grundstücke 2000-07                                            

VDI 3807 Blatt 3                      

Energie- und Wasserverbrauchskennwerte für Gebäude, Teilkennwerte elektrische Energie 2008-08

VDI 3807 Blatt 4